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Knieschleifen mit
der Husaberg? Überhaupt kein Problem ...
Mike Wohner zu Birgit:"Radi
war soeben am Telefon. Er war ganz aufgeregt. Hat irgendwas gestammelt
von 'Knieschleifen mit der Supermoto am Rechberg' usw.. Und zwischendurch
war ein 'Bist du narrisch, bist du narrisch ...' zu hören. War ganz
ausser sich, ich mache mir echt Sorgen, wir müssen ihn bald mal wieder
mit meiner R1 fahren lassen. Ich glaube er hat sich mit dem Husaberg-Virus
infiziert und da hilft dann oft nur einzig und allein eine 300 kmh Überschreitung
mit einer R1. Es ist aber auch jedes Jahr das gleiche mit ihm. Kaum sitzt
er auf einer Supermoto oben macht's Klick bei ihm und es ist aus. Ich habe
Radi übrigens sofort geadelt. Radi, habe ich gesagt, Radi, auf der
ganzen Welt können nur 3 Leute mit der Supermoto am Knie schleifen.
Nicky Hayden, Robert Ulm und jetzt Du. Ich habe danach das Handy fallen
lassen müssen so hat Radi aus dem Lautsprecher gestrahlt. Der war
vielleicht stolz, hat gar keine Worte mehr gefunden. Naja, ok. Ich habe
ihm verschwiegen dass dies eigentlich auch kein normaler Supermoto-Fahrer
macht sondern diese ja die Stiefelsohle am Asphalt schleifen lassen. Aber
alles muss er ja auch nicht wissen, oder?"
Die Grenze der Schräglage
setzt nur der Fussraster
Die beste Supermoto
mit Taferl die es je gab!
Sieht
man in der Gegend um Frohnleiten ein Vorderrad auf sich zu kommen bedeutet
das nur eines 'Radi hat wieder mal eine Supermoto zum Testen ausgefasst'.
Dieses Mal handelte es sich um die begehrte Husaberg FS570 und wir müssen
sagen, das Bike ist echt ein absoluter Mega-Hammer. Die beste
Supermoto mit Taferl die es je gab! Eine absolute Wucht! Aber es ist
ja auch kein Wunder. Die Kiste ist durch und durch sportlich getrimmt,
man könnte sagen eine KTM SMR mit Taferl wo Husaberg drauf steht.
Aber da würde man Husaberg sehr schwer Unrecht tun. Die Husaberg's
sind ein eigenständiges Produkt und unterscheiden sich nicht nur vom
Zylinderwinkel von KTM's. Kein Testmotorrad war übrigens das ganze
Jahr über so in der Redaktion beliebt wie diese Einzylinder-Kanone.
Radi war das Bike aber durch absolut keine Finte zu entlocken. Wir glauben
er hat sich die Nacht über in der Garage sogar daran angekettet nur
damit Mike Wohner ja nicht auf die Idee kommt ihm dieses Bike auch nur
für einen Tag abzuluchsen.
Droge
Supermoto
Supermoto ist wie eine Droge.
Man muss es einfach probiert haben. Sie fährt einem nicht unbedingt
sofort ins Hirn, man muss sich erst daran gewöhnen an das extrem wenige
Gewicht und die extrem späten Bremspunkte die mit so einem Bike möglich
sind. So eine sportliche Supermoto wie die Husaberg FS570 setzt die Physik
ausser Kraft. Man hat sie dann aber nach 3-4 Stunden Eingewöhnung
derart ins Racerherz inhaliert dass man sie aus dem Blutkreislauf gar nicht
mehr raus kriegt. Einmal Supermoto-süchtig, immer Supermoto-süchtig!
Husaberg, R1 Killer!
Mit solch einer Husaberg
Supermoto FS570 stehen die Chancen gut dass man auf Strassen mit bis zu
150 kmh Höchstgeschwindigkeit jede 1000er erlegt. Ok, vielleicht nicht
wenn Mike Wohner auf der 1000er draufsitzt oder der legendäre Rechberg-Rene
aber immerhin mehr als 95% der Supersport-Fahrer. Abgeholt wurde sie von
Radi übrigens höchstpersönlich selbst bei Kurt Winkler (Radi:"Das
ist Chef-Sache, da fahre ich hin!"), Steiermarks Husaberg-Händler
in St. Georgen ob Judenburg. Kurt Winkler:"Ich kannte ja Radi vorher
kaum. Als er durch die Türe trat, nach der Husaberg verlangte und
rumzappelte wie ein kleiner Bua der dringend aufs Klo muss wusste ich schon
dass sich da arg was zusammenbrauen wird am Rechberg und Umgebung. Radi
fackelte dann auch nicht lange herum, nahm das Coca Cola ex dass ich ihm
anbot und wollte anscheinend keine weitere Zehntel-Sekunde mehr vertrödeln
um mit der Husaberg endlich auf den Rechberg zu gelangen."
Wunderschönes
Bike, der 70 Grad Motor macht ein tolles Bild
Husaberg (mittlerweile
ja zu KTM gehörend) hat schon immer innovative Motoren gebaut
Radi:"So war es dann
auch! Ich glaube ich habe den Weltrekord im Austrinken einer 0,33 l Cola
Falsche gebrochen. Kurt Winkler hat mich nicht mal gurgeln gehört
als ich es runtergeleert habe. Ich habe einfach den Schluckreflex ausser
Kraft gesetzt und das Cola runterrinnen lassen wie durch eine Regenrinne.
Aber es war klar dass jede Sekunde wo ich noch nicht auf dieser extrem
geilen Supermoto draufgesessen bin absolut verlorene Zeit in meinem bisherigen
Leben war. Kurt hat mir dann noch nachgerufen in der Art 'Viel Spass damit
oder Pass schön auf oder sowas' aber da habe ich in meinem Mazda nach
dem Ausdrehen des ersten Ganges bis zu 9.000 Touren schon auf die Zweite
geschalten, die Husaberg hinten am Hänger drauf und die ganze Autofahrt
Richtung Rechberg mehr in den Rückspiegel geschaut als nach vorne."
Erster
Eindruck
Die Husaberg ist genau das
Bike was sich Racer wünschen. Wenn ihr mit dem Bike eine 500 km Tour
auf den Grossglockner fahren wollt um ein Schnitzel zu essen, dann kauft
sie nicht. Ebenfalls nicht wenn ihr eine Freundin habt welche die ganze
Zeit raunzt dass sie mitgenommen werden möchte, das ist nur sinnloser
Ballast.
Autobahn, lange Geraden und Freundin
am Sozius sind einer sportlichen Supermoto's Feind, also auch der Husaberg.
Wenn ihr aber driften, sliden,
Wheely-Fahren möchtet. Wenn ihr Aprilia Mille's und R1'en auf kurvigen
Strassen herbrennen möchtet. Wenn ihr die bisherigen Bremspunkte auf
euren Hausstrecken um 50% reduzieren
möchtet, den gewaltigen
Einzylinder unter der Sitzbank hämmern spüren möchtet, einfach
das ultimativ sportliche Motorradfahren kennen lernen möchtet ...
Dann ist so ein Bike genau das Richtige für euch.
Ich sehe, wir verstehen uns.
Wenn ihr aber kein Verständnis dafür habt dass euch Leute mit
so einem Bike quer in der kalten Kuchl entgegenkommen dann solltet ihr
jetzt auf www.bmw.at
klicken, euch dort einen der Touren-Tuttelbären samt Koffern aussuchen
und ins Uralgebirge Schwammerl suchen fahren. Und auf keinen Fall hier
weiterlesen. Ok?
Wenn ihr aber Verständnis
dafür habt dann geht's hier weiter ...
Pure Supermoto
in Reinkultur
Die Husaberg hat absolut
keinen Schnickschnack und gerade das macht sie bei der Supermoto-Fan Gemeinde
so irrsinnig beliebt. Der kurze Radstand, der gewaltig starke aber schnurrende
Motor und vor allen Dingen das Ready-To-Race Paket für die Supermoto-Strecke
in Wöllersdorf macht sie für den sportlichen Supermoto-Fahrer
so heiss begehrt. Die Supermoto-Version von Husaberg ist bis auf wenige
Kleinigkeiten komplett gleich gebaut wie die Enduro's und dadurch, wenn
man sie wirklich mal in den Strassengraben pfeffern sollte, nahezu unzerstörbar.
Jeder der weiß was mit Enduro's im Gelände aufgeführt wird
weiß wie stabil solch ein 1:1 Supermoto-Ableger sein muss.
Der Rechberg hat
echt wunderschöne Kurven
Die Armaturen sind komplett
gleich wie auf der Enduro, also absolut minimalistisch was besonders vorteilhaft
bei Rutschern ist. Ausser abgeschürften Plastikteilen wird bei einem
Sturz kaum was kaputt gehen. Die Husaberg FS570 wirkt extrem schlank wie
für Enduro's halt üblich. Die Unterschiede zur Enduro lassen
sich an einer Hand abzählen wie z.B. 17-Zoll-Räder, grössere
Bremsscheibe, anderer Bremssattel, anderes Fahrwerksetting im Bereich der
Shims in der Gabel und Dämpfer usw. Das ideale Bike auch für
Leute welche Beides fahren möchten, Supermoto und Enduro bzw. MX.
Einfach die Räder umstecken und man hat eine tolle Enduro.
Fahrwerk, Rahmenbau usw.
Dadurch dass die Husaberg
FS570 baugleich mit der Enduro ist, ist sie extrem wendig und ein absolutes
Leichtgewicht. Jeder der schon mal Gelegenheit hatte eine KTM SMR zu fahren
wird bei den ersten Metern auf der Husaberg sofort daran erinnert. Armaturen,
Hebel, Bremse, Sitzbank usw. vermitteln sofort einen extrem spielerischen
Eindruck und man hat das Gefühl man ist den handelsüblichen Supermoto's
wie Duke's, LC4's etc. haushoch überlegen. Man hat einfach viel weniger
Gewicht als die Konkurrenz in diesem Bereich was beim Handling in engen
Kurven ein extremer Vorteil ist. Egal ob beim Anbremsen von 180 Grad 2.ter
Gang Kurven, beim Durchfahren oder danach beim Rausbeschleunigen von engen
Kehren oder Schikanen. Das wenige Gewicht, das spielerische Handling ist
einfach ein absoluter Wahnsinn und anderen Supermoto's klar überlegen.
Motor
Der 570 Kubik Motor hat
eine gewaltige Leistung und kann beim Beschleunigen von Bergaufgeraden
mit 3er Dukes locker mithalten. Wir haben es anfangs gar nicht glauben
können dass dies so locker möglich ist da sie doch ca. 100 Kubik
weniger als eine 3er Duke hat aber die kurze Übersetzung, die sehr
gute Getriebeabstufung und das leichte Gewicht machen es möglich.
Bergauf auf das Gaberl rauf kriegt man auf den Geraden locker über
160 kmh auf den Digi-Tacho rauf. Unglaublich, was? Sicher hätte eine
Superduke oder ähnliches PS-starkes Bike vielleicht eine höhere
Geschwindigkeit bergauf erreicht, wir schätzen mal dass die Superdukes
180-190 auf die Gaberl-Geraden raufbringen, nur man muss diese Geschwindigkeit
dann auch wieder abbremsen, muss die Mehrzahl an Kilo's um die Kurve bringen
und danach das Gewicht wieder in den Beschleunigungsvorgang setzen. Und
hier hat das Leichtgewicht Husaberg eindeutige Vorteile welche PS-stärkere
Bikes mit der Höchstgeschwindigkeit dann oft gar nicht wieder ausgleichen
können.
Der Motor hat auch ein sehr
breites Drehzahlband und zeigt vom unteren Bereich weg bis zu hoher Drehzahl
immer erstaunlich viel Leistung. Die Motorentfaltung ist sehr linear und
nicht spitz. Obwohl der Einzylinder-Murl natürlich mächtig hämmert,
ist es nicht unangenehm sobald man sich mal daran gewöhnt hat. Denn
eines ist natürlich klar, bei weniger Gewicht machen sich auch die
Motorvibrationen stärker bemerkbar aber Husaberg hat dies sehr gut
in den Griff bekommen. Bei engen Kurven spürt man den Motor sehr gut
unter der Sitzbank arbeiten und man kann das Hinterrad richtig mit dem
Popometer (wie es Michael Schumacher mal ausdrückte) um die Kurven
sliden lassen. Ok, solche Slides wie Hanson Schruf sie macht erfordern
Übung aber man merkt sofort ab wann das Hinterrad kontrolliert in
eine Rutschbewegung übergeht. Nicht unangenehm, im Gegenteil, macht
richtig Spass sobald man den ersten Schreck mal hinter sich hat dass die
Kiste slidet.
Auf
einem LKW-Parkplatz versuchten wir mit dem zweiten Gang in einem 10 Meter
Radius im Kreis das Driften zu üben. Nach 15 Minuten hat man es selbst
als Anfänger heraussen und kann die ersten 3-4 Meter Striche in den
Asphalt zeichnen. Das Hinterrad kommt sehr sanft und auch vorne schmiert
das Bike dermassen gleichmässig weg (soferne man den Lenker richtig
entgegengesetzt ausrichtet) dass man es kaum glaubt wie einfach es geht.
Aber auch hier macht sich wieder das wenige Gewicht wie überall extrem
positiv bemerkbar. Falls sie mal zuviel rutscht reicht eine kleine Korrektur
am Lenker und sie fängt sich ausgezeichnet ab. Das Sliden Üben
geht aber mächtigst auf die Reifen haben wir gemerkt, sollte man nur
bei schon etwas abgefahrenen Sätzen machen, wäre sonst schade
drum.
Highspeed, Wheely
fahren
Die Husaberg regelt bei
175 anscheinend elektronisch ab. Sobald man 175 mit dem 6.ten Gang erreicht
setzt die Zündung aus obwohl man das Gefühl hat die unteren Gänge
drehen höher. Kurt Winkler war übrigens ganz erstaunt drüber
als wir ihm das erzählt haben aber wer fährt schon mit einer
Enduro 175 kmh? Sie hat 6 Gänge und der letzte dreht ohne Schwierigkeiten
aus. Wenn man sie grösser übersetzt müssten so um die 190
kmh am Digitacho sicher möglich sein. Mit der Original-Übersetzung
kann man sie allerdings sicher sehr gut auf einer Supermoto-Strecke wie
Wöllersdorf sofort hobbymässig einsetzen ohne sie gross umritzeln
zu müssen.
Sie geht bei ca. 70 kmh noch
in den Wheely über, beim dritten Gang mit Gas, beim vierten Gang mit
etwas mitziehen am Lenker. Hat man das Vorderrad erst mal oben kann man
die Wheely's locker bis 150 ausfahren. Das leichte Gewicht des Bikes macht
ein Schaukeln im Gegenfahrtwind zum Vergnügen. Schaltet man
bei 120-130 schon in den 6.ten kann es sein dass das Vorderrad vorzeitig
runterkommt, Beim Wheelyfahren also besser die 5.te ganz ausdrehen und
erst danach in die 6.te schalten. Wäre ja schade um einen schönen
Wheely den man dann nicht zu Ende fährt. ;-)
Wheelies gehen auch
noch mit dem vierten Gang
Beim Aufsetzen des Vorderrades
bleibt sie absolut stabil soferne man sie mit einem kleinen Gasstoss kurz
vor dem Aufsetzen dementsprechend sanft runtersetzt und sie nicht runterplumpsen
lässt. Merkt euch eines. Das Vorderrad muss nach dem Wheely sanft
aufgesetzt werden, sonst könnte das Lenkkopflager kaputt werden. Speziell
Strassenbikes sind da sehr anfällig da diese ein sehr hohes Gewicht
auf das Vorderrad bringen. Enduro's oder Supermoto's sind weniger empfindlich.
Im Nahkampf, Bremserei
Leider waren in der Zeit
als wir sie hatten wenige R1 oder ähnliche Supersportler am Rechberg
unterwegs. Keine Ahnung wo die alle sind. Wirtschaftskrise, Benzinpreise,
keine Zeit, hmmm ... Neuere sportliche Tausender werden immer seltener
ist uns heuer aufgefallen. Also sind wir ins Miesenbacher Kurvengeschlängel
damit gefahren wo wir auch gleich einige Opfer angetroffen haben.
Radi
gelang es mit dem Miesenbacher Local Hero (der Wahnsinnige mit der schwarzen
GSX-R 750) locker mitzuhalten. Radi:"Naja, ok. Ganz so locker war es ehrlich
gesagt dann doch nicht. Gerutscht bin ich schon ein wenig und der Fussraster
hat auch schon geschliffen aber er ist mir zumindest nicht davon gekommen.
Übrigens, mit der 2009'er R6 2 Wochen vorher war ich ihm gegenüber
chancenlos. Da hat er mich herprackt wie er mich braucht hat ..." ;-)
Aber es ist ja auch kein
Wunder mit den 117 kg welche die Husaberg hat, der langen Gabel vorne und
dem Motocross-Lenker kann man den Bremsvorgang extrem spät ansetzen.
Beim Runterschalten geht die Husaberg beim Bremsvorgang sehr sanft in den
Slide über. Es reicht voll aus wenn man vorne stark in die Bremse
steigt, das Hinterteil dadurch sehr leicht wird und beim Zurückschalten
das Getriebe die Bremswirkung des Hinterrades übernimmt. Obwohl die
Husaberg keine Anti Hopping Kupplung hat bringt man sie beim sportlichen
Zurückschalten kaum zum Stempeln. Ist Radi nur einmal passiert, im
Nahkampf mit Jürgen Pirstner's Frauenschuh-Duke am Strassegg. Man
trifft mit dem Bike punktgenau die Linie und kann diese aufgrund des engen
Gewichtes auch noch sehr gut korrigieren. Bodenunebenheiten machen einer
Supermoto aufgrund des langen Federweges sowieso nur selten was aus.
Haltbarkeit, Ablaufdatum
Als wir die Husaberg zurück
gegeben hatten hatte sie 2.300 km und 33 Betriebsstunden am Tacho und sie
wurde von uns nicht unbedingt zum Cruisen benutzt ;-)
Bei 15 Stunden machte uns
Kurt Winkler einen Ölwechsel der so gut wie keinen Abrieb vom Getriebe
aufwies. Bis auf 2 kleine Späne war da nichts zu sehen. Kurt Winkler
zu Radi:"Da hast du dich sicher mal verschalten, oder?" Radi:"Ja, seltsamerweise
eh genau 2 Mal!" Kurt weiter:"Die 2009er und sicher auch die 2010er Husaberg's
haben sehr stabile
Motoren. Solange man alle
10-15 Stunden das Öl wechselt sowie den Ölfilter reinigt und
alle 100 Stunden die Ventile einstellt werden beim Motor keine Probleme
auftreten. Ab 2009 zeichnet sich der Husaberg Motor durch extreme Haltbarkeit
aus und man kann 300 Stunden ohne grösseres Motorservice locker durchfahren.
Meiner Meinung nach sind die neuen Husaberg Motoren mit dem 70 Grad Winkel
überhaupt die haltbarsten Enduromotoren aller Einzylinder-Motorräder
die es derzeit auf dem Markt gibt." Und Kurt könnte Recht haben. Nachdem
wir sie doch nicht gerade schonten um das mal so auszudrücken schnurrte
der Motor bei Rückgabe des Bikes mit 2.300 km am Digi-Tacho dennoch
dahin wie am ersten Tag. Was beim Motor allerdings noch aufgefallen ist
war dass sie 2 Mal zwischen 4.ten und 5.ten Gang in den Leerlauf reingegangen
ist falls man nicht richtig schaltet, also zu locker den Ganghebel raufdrückt.
Wir glauben das waren genau die beiden Späne die Kurt Winkler aus
dem Ölfilter rausgezogen hat, war also durchaus unsere Schuld ...
;-)
Mapping
Nachdem wir die ersten 15
Stunden auf Standard gefahren sind schaltete uns Kurt Winkler auf das scharfe
Mapping um. Das Bike nimmt sofort von unten mehr Gas an, man hat das Gefühl
mit weniger Drehzahl eine stärkere Leistung zu haben. Das scharfe
Mapping ist ein Muss und gerade für die Strasse absolut nicht unangenehm,
also nicht zu stark oder zu ruppig.
Sitzposition
Die Sitzposition ist extrem
sportlich ausgelegt. Man hat das Gefühl man sitzt auf einer Motocross,
hat kaum was zwischen den Beinen und kaum Gewicht zu bewegen. Solange es
kurvig ist und man eine sportliche Fahrweise fährt ist sie in keinem
Augenblick unbequem. Für längere Touren auf der man starr am
Motorrad verharrt ist die Husaberg natürlich nichts. Die längste
Ausfahrt war eine mit 5,5 Stunden reiner Fahrzeit in einem Zeitraum von
7 Stunden und Radi hatte, was für ihn sehr ungewöhnlich ist,
eigentlich nur normale Ermüdungserscheinungen. Würde man hingegen
auch nur eine Stunde hindurch auf einer Autobahn starr sitzend fahren,
fällt man mit Sicherheit leblos vom Bike runter. Das Bike fordert
Bewegung und ist für schnelle Kurvenhatzerl gedacht. Aber auch Supersportler
wie die R6 sind für Tagestouren sicher ungeeignet. Diese Bikes haben
einen Zweck zu erfüllen und der lautet sicher nicht einfach nur geradeaus
zu fahren.
Fazit
Die ersten 3-4 Stunden mit
der man so eine extrem sporltiche Supermoto fährt sind hart. Das Supermoto-Fahren
stellt einfach die Motorradwelt komplett auf den Kopf. Das Umdenken auf
extrem kurze Bremswege, extreme Schräglagen und
der starke Einzylinder-Motor unterscheidet diese Art von Motorradfahren
sehr stark vom Gewohnten. Sobald man sich aber mit einer Supermoto angefreundet
hat mag man kaum mehr vom Bike runter. Das Fahren mit der Husaberg macht
riesigen Spass und dies alles in einem Geschwindigkeitsbereich der im Gegensatz
zu dem, welchen man mit 180 PS-Supersport-Raketen erreicht, fast ungefährlich
erscheint. Das wenige Gewicht und die kurzen Bremswege kann Leben retten
wenn einem hinter der Kurve ein Traktor erwartet. Man hat das Gefühl
Supermoto-Fahren ist gesünder, in jeder Hinsicht ;-) Das Knieschleifen
mit so einer Supermoto macht übrigens einen absoluten Mega-Spass.
Man hat ja kaum ein Gewicht unter sich und glaubt richtiggehend man surft
über den Asphalt. Wenn man nur den Lenker vor sich hat und kaum einen
Vorbau wie bei den Strassenbikes ist es fast wie Snowboarden. Unglaubliche
Schräglagen gelingen auf Anhieb und mit ein wenig Übung kann
man das Bike bis zu den Fussrasten umlegen. Der Michelin Pilot Power klebt
mit dem wenigen Eigengewicht übrigens wie ein Kaugummi am Asphalt
und vermittelt unendliches Vertrauen. Wenn ihr uns fragt mit welcher Supermoto
man am meisten Spass haben kann, würden wir ohne zu zögern Husaberg
FS570 sagen.
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